Institution: Katholisches Datenschutzzentrum Bayern KdöR

Projektname: Open-Source-Digitalstrategie

Digitale Souveränität in der Praxis – Die Open-Source-Digitalstrategie des Katholischen Datenschutzzentrums Bayern

Das Katholische Datenschutzzentrum Bayern KdöR (KDSZ Bayern) verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz zur Digitalisierung: Nicht einzelne Softwarelösungen stehen im Mittelpunkt, sondern der Aufbau einer offenen, interoperablen und langfristig unabhängigen Verwaltungsarchitektur. Als unabhängige Datenschutzaufsichtsbehörde für die sieben bayerischen (Erz-)Diözesen begleitet das KDSZ Bayern rund 8.000 kirchliche Einrichtungen und setzt dabei auch in der eigenen Verwaltung konsequent auf digitale Souveränität.

Die Digitalstrategie basiert auf den Leitprinzipien Offenheit, Interoperabilität, Selbstbestimmung, Nachhaltigkeit und Gemeinwohlorientierung. Open Source wird dabei nicht als reines Kostenmodell verstanden, sondern als Grundlage für Kontrolle über Daten, Prozesse und technische Infrastruktur. Heute basieren über 95 % der Verwaltungslandschaft auf Open-Source-Software. Offene Standards und Schnittstellen ermöglichen einen flexiblen Betrieb im Eigenbetrieb oder in souveränen Cloud-Umgebungen.

Die Umsetzung erfolgt über zwei zentrale Projekte:

Die interne Verwaltungsplattform auf Basis von EGroupware bildet den digitalen Arbeitsplatz der Behörde. Sie unterstützt zentrale Prozesse wie Beschwerden, Datenschutzverletzungen, Beratungen, Audits und Schulungen. Ergänzt wird sie durch Dokumentenmanagement, Wissensmanagement, Aufgabenverwaltung sowie Kollaborationswerkzeuge wie Collabora Online, Rocket.Chat und Jitsi. Informationen werden nur einmal erfasst und anschließend organisationsweit genutzt.

Das digitale Datenschutzportal verbindet die Behörde mit externen Nutzerinnen und Nutzern. Über digitale Formulare können Beschwerden, Meldungen und Beratungsanfragen eingereicht werden. Die Daten werden automatisiert in die Verwaltungsplattform übernommen, wodurch Verfahren ohne Medienbrüche bearbeitet werden können. Bereits rund 80 % der Verfahren werden digital über das Portal gestartet.

Beide Projekte bilden eine durchgängige digitale Prozesskette – vom ersten Kontakt bis zur elektronischen Aktenführung und abschließenden Bearbeitung. Das KDSZ Bayern zeigt damit, dass digitale Souveränität nicht durch einzelne Open-Source-Produkte entsteht, sondern durch eine offene Gesamtarchitektur aus Technologie, Prozessen und Organisation. Das Modell bietet zugleich ein übertragbares Beispiel für moderne, nachhaltige Verwaltungsdigitalisierung.

Der Innovationsgrad des Projekts liegt in der Entwicklung einer durchgängigen, offenen Verwaltungsarchitektur, welche interne Verwaltungsprozesse und externe Fachverfahren erstmals zu einer gemeinsamen digitalen Prozesskette verbindet. Anstatt isolierte Einzellösungen einzusetzen, werden sämtliche Informationen vom ersten Kontakt über das Datenschutzportal bis zur elektronischen Aktenführung, Fristenüberwachung und Zusammenarbeit innerhalb einer integrierten Plattform medienbruchfrei verarbeitet.

Kern der Lösung ist eine modulare Systemarchitektur auf Basis etablierter Open-Source-Technologien. Über Webhooks, REST- und OpenAPI-Schnittstellen werden Informationen automatisiert zwischen den einzelnen Komponenten übertragen. Daten werden nur einmal erfasst und anschließend organisationsweit genutzt. Dadurch entfallen manuelle Übertragungen, doppelte Datenerfassungen und zahlreiche Fehlerquellen.

Die Plattform nutzt konsequent offene Standards wie CalDAV, CardDAV, WebDAV, IMAP, JMAP sowie LDAP und OpenID Connect. Dadurch bleibt sie interoperabel und kann flexibel in bestehende oder zukünftige IT-Landschaften integriert werden. Gleichzeitig ermöglicht die Architektur den Betrieb sowohl On-Premises als auch in einer souveränen Cloud.

Auch Künstliche Intelligenz wurde zukunftsorientiert berücksichtigt. Offene OpenAI-kompatible Schnittstellen ermöglichen die Integration lokaler oder externer Sprachmodelle, ohne die Architektur oder Datenhaltung an einzelne Anbieter zu binden.

Das Projekt modernisiert die Verwaltungsarbeit nachhaltig: Verwaltungsverfahren werden vollständig digital unterstützt, Routineaufgaben automatisiert und Informationen stehen unmittelbar strukturiert für die weitere Bearbeitung zur Verfügung. Die Lösung befindet sich seit mehreren Jahren im produktiven Einsatz und zeigt, dass auch kleinere öffentliche Verwaltungen hochintegrierte, skalierbare und zukunftsfähige Fach- und Verwaltungsverfahren auf Basis offener Technologien erfolgreich realisieren können

Der wirtschaftliche Nutzen des Projekts entsteht durch die konsequente Digitalisierung und Integration sämtlicher Verwaltungsprozesse. Informationen werden nur einmal erfasst und anschließend organisationsweit genutzt. Dadurch entfallen Medienbrüche, doppelte Datenerfassungen sowie zahlreiche manuelle Arbeitsschritte. Automatisierte Workflows, digitale Aktenführung, Fristenmanagement und strukturierte Vorgangsbearbeitung verkürzen Bearbeitungszeiten, reduzieren Fehlerquellen und erhöhen die Effizienz der gesamten Verwaltung.

Die offene Verwaltungsarchitektur ermöglicht es dem KDSZ Bayern, mit lediglich fünf Mitarbeitenden rund 8.000 kirchliche Einrichtungen zu betreuen und jährlich mehrere hundert Verwaltungsverfahren vollständig digital zu bearbeiten. Die freiwerdenden personellen Ressourcen können für Beratung, Aufsicht und Qualitätsentwicklung eingesetzt werden, anstatt für administrative Routinetätigkeiten.

Die modulare Nutzung etablierter Open-Source-Komponenten vermeidet kostenintensive Eigenentwicklungen und schafft langfristige Investitionssicherheit. Einzelne Anwendungen können unabhängig voneinander weiterentwickelt oder ersetzt werden, ohne bestehende Prozesse oder Datenbestände zu gefährden. Gleichzeitig stärkt die Herstellerunabhängigkeit den Wettbewerb und ermöglicht eine flexible Auswahl geeigneter Dienstleister.

Der wirtschaftliche Mehrwert reicht über die eigene Behörde hinaus. Die im praktischen Betrieb gewonnenen Erfahrungen fließen unmittelbar in Beratungen, Audits, Schulungen und Veröffentlichungen ein. Dadurch profitieren zahlreiche kirchliche Einrichtungen von erprobten Konzepten zur Verwaltungsdigitalisierung und zum Einsatz offener Technologien. Das Projekt schafft somit einen nachhaltigen Multiplikatoreffekt und zeigt, wie auch kleinere öffentliche Verwaltungen mit begrenzten Ressourcen leistungsfähige, wirtschaftliche und zukunftsfähige digitale Verwaltungsstrukturen aufbauen können.

Nachhaltigkeit bedeutet für das KDSZ Bayern vor allem Zukunftsfähigkeit. Die Projekte wurden von Beginn an als langfristig nutzbare Verwaltungsplattform konzipiert und sind fester Bestandteil unserer Digitalstrategie. Sie befinden sich seit mehreren Jahren im produktiven Einsatz und werden kontinuierlich an fachliche, rechtliche und technologische Anforderungen angepasst.

Grundlage ist eine modulare Architektur auf Basis etablierter Open-Source-Projekte. Komponenten werden über offene Schnittstellen integriert, anstatt proprietäre Einzellösungen oder Eigenentwicklungen zu schaffen. Dadurch können Anwendungen unabhängig aktualisiert, erweitert oder ersetzt werden, ohne bestehende Prozesse oder Datenbestände zu beeinträchtigen. Gleichzeitig profitieren wir von der kontinuierlichen Weiterentwicklung aktiver Open-Source-Communities sowie professionellen Enterprise-Support-Angeboten.

Die Plattform unterstützt offene Standards und dokumentierte Schnittstellen. Dies erleichtert die Integration neuer Anwendungen und schützt bestehende Investitionen dauerhaft. Auch die Wahl des Betriebsmodells bleibt flexibel: Die Lösung kann im Eigenbetrieb oder in einer deutschen Cloud betrieben werden. Ebenso ist jederzeit ein Wechsel zwischen Community- und Enterprise-Versionen möglich.

Nachhaltigkeit zeigt sich auch in der organisatorischen Verankerung. Die Projekte sind keine Pilotlösungen, sondern bilden das digitale Fundament sämtlicher Verwaltungsprozesse des Katholischen Datenschutzzentrums Bayern. Neue Funktionen – beispielsweise im Bereich Künstliche Intelligenz – werden nicht als isolierte Erweiterungen eingeführt, sondern in die bestehende Architektur integriert. So bleibt die Plattform langfristig wartbar, anpassungsfähig und unabhängig von kurzfristigen Technologiezyklen oder einzelnen Herstellern.

Die Lösung zeigt, dass nachhaltige Verwaltungsmodernisierung dort entsteht, wo Offenheit, Modularität und kontinuierliche Weiterentwicklung konsequent zusammengedacht werden.

Digitale Souveränität ist das zentrale Gestaltungsprinzip unserer Digitalstrategie. Als Datenschutzaufsichtsbehörde tragen wir Verantwortung für den Schutz sensibler personenbezogener Daten und beraten gleichzeitig zahlreiche kirchliche Einrichtungen bei ihrer digitalen Transformation. Daraus ergibt sich der Anspruch, digitale Souveränität nicht nur zu fordern, sondern im eigenen Verwaltungshandeln konsequent umzusetzen.

Die Projekte reduzieren technische Abhängigkeiten, indem sie nahezu vollständig auf Open-Source-Software, offene Standards und dokumentierte Schnittstellen aufbauen. Dadurch bleibt das KDSZ unabhängig von einzelnen Herstellern, proprietären Plattformen oder bestimmten Betriebsmodellen. Anwendungen können weiterentwickelt, ausgetauscht oder ergänzt werden, ohne bestehende Prozesse oder Datenbestände zu gefährden.

Die Verarbeitung sensibler Daten erfolgt jederzeit unter Kontrolle der Behörde. Die Plattform kann vollständig im Eigenbetrieb oder alternativ in einer souveränen deutschen Cloud betrieben werden. Dadurch bleiben Datenhoheit, Transparenz und die Einhaltung datenschutzrechtlicher Anforderungen dauerhaft gewährleistet.

Offene Standards wie REST, OpenAPI, CalDAV, CardDAV, WebDAV, IMAP, JMAP sowie LDAP und OpenID Connect gewährleisten die Interoperabilität mit bestehenden und zukünftigen IT-Systemen. Gleichzeitig schaffen sie die Grundlage für eine resiliente Verwaltungsarchitektur, die sich an neue fachliche, technische oder gesetzliche Anforderungen anpassen kann, ohne grundlegende Systemwechsel zu erfordern.

Die Erfahrungen aus dem produktiven Betrieb fließen unmittelbar in unsere Beratungs-, Audit- und Schulungstätigkeit ein. Damit stärken die Projekte nicht nur die digitale Souveränität des KDSZ Bayern, sondern unterstützen auch rund 8.000 kirchliche Einrichtungen dabei, offene, sichere und zukunftsfähige IT-Strukturen aufzubauen. Digitale Souveränität wird so vom strategischen Leitbild zur gelebten Verwaltungspraxis.

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