Institution: Landeshauptstadt Dresden I Eigenbetrieb IT-Dienstleistungen
Projektname: Livi
Projektbeschreibung
Livi – Leben in Dresden: Open-Source-Infrastruktur für Stadtinformation und Beteiligung
Livi ist eine Open-Source-App für Stadtinformation, Beteiligung und gemeinsames Handeln im kommunalen Raum. Entstanden aus dem Dresdner Smart-City-Kontext und dem Vorgängerprojekt Cleema, wird die Plattform heute von Sandstorm und der kommunalen STESAD GmbH mit Unterstützung der Landeshauptstadt Dresden weiterentwickelt. Ziel ist keine weitere Informations-App, sondern eine wiederverwendbare digitale Infrastruktur, die Stadt, Institutionen, Vereine, Initiativen und Bürgerinnen und Bürger miteinander verbindet.
Die App bündelt verschiedene Funktionen, die in Kommunen häufig getrennt betrieben werden: Nachrichten und Informationen aus der Stadtgesellschaft, Veranstaltungskalender, Umfragen, Lernformate, Push-Nachrichten sowie öffentliche und private Challenges. Bürgerinnen und Bürger können Angebote entdecken, an Beteiligungsformaten teilnehmen und eigene Aktionen für Familien, Vereine, Schulen oder Teams organisieren. Organisationen erhalten einen direkten Kanal, um Veranstaltungen, Bildungsangebote und Engagementmöglichkeiten sichtbar zu machen.
Livi ist bereits produktiv im Einsatz: Über 40 Organisationen nutzen die Plattform, mehr als 100 öffentliche und 300 private Challenges zeigen die praktische Nutzbarkeit. Der Fokus wurde von Nachhaltigkeitsthemen hin zu einem breiteren Ansatz für gutes Leben in Dresden erweitert – mit Schwerpunkten auf Beteiligung, Bildung, Kultur, Nachbarschaft und gesellschaftlichem Engagement.
Technisch wurde die Plattform umfassend modernisiert. Die mobilen Apps basieren auf Flutter und werden aus einer gemeinsamen Codebasis für Android und iOS entwickelt. Die Lösung setzt auf offene Komponenten, Open Source und eine datensparsame, werbefreie Nutzung ohne kommerzielle Empfehlungslogiken.
Livi zeigt, wie Open Source als kommunale Infrastruktur funktionieren kann: nicht als isoliertes IT-Projekt, sondern als offene Plattform für digitale Teilhabe, Bürgerdialog und gemeinsames Engagement. Das Konzept ist übertragbar und bietet anderen Kommunen eine nachnutzbare Grundlage für moderne Stadtkommunikation.
Beschreiben Sie den technischen Innovationsgrad des Projektes und den Beitrag zur Verwaltungsmodernisierung.
Der technische Innovationsgrad von Livi liegt weniger in einer einzelnen Spezialtechnologie als in der Verbindung mehrerer Bausteine zu einer kommunalen Beteiligungsinfrastruktur, die produktiv nutzbar, wartbar und nachnutzbar ist. Viele Städte arbeiten mit getrennten Lösungen für Veranstaltungskalender, News, Umfragen, Beteiligungsaufrufe, Lernformate oder Kartenangebote. Livi führt diese Funktionen in einer mobilen, modular weiterentwickelbaren Anwendung zusammen und macht sie für Bürgerinnen und Bürger in einem konsistenten Nutzungserlebnis zugänglich.
Mit dem Rewrite in Flutter wurde die App technisch neu aufgestellt. Android und iOS werden aus einer gemeinsamen Codebasis entwickelt; das reduziert Doppelaufwände und ermöglicht schnellere Releases. Die Entwicklung erfolgt iterativ, mit kurzen Feedbackzyklen aus Redaktion, Partnerorganisationen und Nutzerperspektive. Push-Nachrichten, Deeplinks, Challenge-Logiken, Quizformate und Survey-Funktionen können dadurch flexibel kombiniert werden – etwa für Beteiligungsprozesse, Wissensvermittlung oder stadtweite Aktionen.
Innovativ ist vor allem die Übertragbarkeit des Ansatzes: Livi verbindet Open-Source-Software, kommunale Redaktion, offene Partnerstrukturen und bürgernahe Interaktion. Die Lösung ersetzt keine bestehenden Fachverfahren, sondern schafft eine offene Schicht davor und daneben: Sie macht Informationen auffindbar, aktiviert Beteiligung und stärkt die Nutzung digitaler Angebote der Stadt.
Welchen ökomischen Nutzen hat das Projekt?
Livi schafft ökonomischen Nutzen auf mehreren Ebenen. Für die öffentliche Hand reduziert die App den Bedarf, für einzelne Beteiligungsanlässe, Kampagnen, Veranstaltungshinweise oder Bildungsformate immer wieder neue technische Sonderlösungen zu beschaffen. Stattdessen entsteht eine gemeinsame Infrastruktur, die wiederholt genutzt und schrittweise erweitert werden kann. Der Rewrite in Flutter senkt zudem den Wartungs- und Weiterentwicklungsaufwand, weil Android und iOS nicht separat gepflegt werden müssen.
Auch für Verwaltung und öffentliche Partner entstehen Effizienzgewinne: Informationen, Challenges, Umfragen und Termine können über einen etablierten Kanal gebündelt ausgespielt werden. Dadurch sinkt der Koordinationsaufwand, während Reichweite und Wiedererkennbarkeit steigen. Die App unterstützt außerdem die Aktivierung von Bürgerinnen und Bürgern vor Ort. Bessere Beteiligung, verständlichere Informationen und frühzeitiges Feedback können helfen, Planungs- und Kommunikationsprozesse zugänglicher und resilienter zu machen.
Der Open-Source-Ansatz erhöht den Multiplikatoreneffekt. Weitere Kommunen können von der Entwicklung profitieren, ohne bei null anzufangen. Zugleich bleibt Wertschöpfung im regionalen und europäischen Open-Source-Ökosystem: Betrieb, Weiterentwicklung, Support, Redaktion und Schulung können durch qualifizierte lokale Partner erfolgen, statt dauerhaft in proprietäre Plattformabhängigkeiten abzufließen.
Beschreiben Sie die Nachhaltigkeit der Lösung.
Die Nachhaltigkeit von Livi zeigt sich technisch, organisatorisch und inhaltlich. Technisch wurde die Lösung so erneuert, dass sie langfristig wartbar bleibt: eine gemeinsame Flutter-Codebasis für Android und iOS, modulare Funktionen und eine Entwicklung, die reale Nutzungserfahrungen laufend aufnimmt. Die Open-Source-Veröffentlichung schafft Transparenz und erleichtert Nachnutzung, Prüfung und Weiterentwicklung durch andere Akteure.
Organisatorisch ist Livi kein kurzfristiger Prototyp. Die App ist produktiv im Einsatz, wird redaktionell betreut und durch ein Netzwerk aus kommunalen, zivilgesellschaftlichen und technischen Partnern getragen. Mit STESAD, der Landeshauptstadt Dresden und Sandstorm sind Betrieb, öffentlicher Bezug und technische Weiterentwicklung verbunden. Kooperationen mit Akteuren wie BUND Jugend und Input_DD erweitern die redaktionelle Basis und sorgen dafür, dass die App nicht nur von einer einzelnen Stelle lebt.
Inhaltlich stärkt Livi nachhaltiges Handeln in einem breiten Sinn: ökologische Themen, Beteiligung, Bildung, Kultur, Nachbarschaft und Engagement werden zusammengeführt. Die Lösung ist werbefrei, datensparsam und nicht auf Aufmerksamkeitsmaximierung ausgelegt. Damit schafft sie eine digitale Umgebung, die Gemeinwohlorientierung nicht nur kommuniziert, sondern technisch und redaktionell abbildet.
Wie trägt das Projekt zur Stärkung der Digitalen Souveränität bei?
Livi stärkt digitale Souveränität, weil die Stadtgesellschaft für Information, Beteiligung und Aktivierung nicht auf proprietäre Plattformen und deren Reichweitenlogiken angewiesen ist. Die App ist werbefrei, datensparsam und auf nachvollziehbare Inhalte statt algorithmische Aufmerksamkeitssteuerung ausgelegt. Bürgerinnen und Bürger behalten einen direkten, vertrauenswürdigen Zugang zu lokalen Informationen; Verwaltung und öffentliche Partner behalten Gestaltungsspielraum über Kanal, Inhalte und Weiterentwicklung.
Durch die Open-Source-Veröffentlichung und den Spiegel auf openCode wird die technische Basis transparent. Andere öffentliche Akteure können nachvollziehen, wie die Lösung funktioniert, sie prüfen, anpassen und perspektivisch nachnutzen. Offene Entwicklung reduziert Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern und erleichtert einen herstellerunabhängigen Wissenstransfer. Gleichzeitig bleibt die Lösung anschlussfähig an bestehende kommunale Strukturen, etwa an Beteiligungsprozesse, Kartenangebote, redaktionelle Systeme oder Smart-City-Vorhaben.
Souveränität entsteht hier nicht nur auf Ebene des Quellcodes, sondern auch im Betriebskonzept: Livi verbindet öffentliche Verantwortung, lokale Kompetenz und Open-Source-Praxis.
Abstimmung
Klicken Sie zuerst auf das Projekt und anschließend auf „Jetzt abstimmen“
