Institution: Kreisverwaltung des Main-Kinzig-Kreises
Projektname: AURA
Projektbeschreibung
Die diesjährige Bewerbung dokumentiert den erfolgreichen Übergang von einer ambitionierten Vision zur operativen Realität. AURA fungiert heute als das strategische Rückgrat für die Bereitstellung maßgeschneiderter Fachverfahren, die den spezifischen Anforderungen des öffentlichen Dienstes oft besser als Standardanwendungen gerecht wurden. Durch die auf Basis verschiedenster fachlicher Anforderungen bereitgestellte gezielte Lösung hat der MKK
bewiesen, dass Open-Source-Software im Verwaltungsalltag nicht nur eine Alternative, sondern eine überlegene Basis darstellt, wenn es darum geht, fachliche Anforderungen in für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter praktikable Lösungen umzusetzen.
Beschreiben Sie den technischen Innovationsgrad des Projektes und den Beitrag zur Verwaltungsmodernisierung.
Der Erfolg von AURA basiert auf der Architekturhoheit durch den Open-Source-Kern LIMBAS, der als zentrale Master-Applikation fungiert.
- Low-Code-Flexibilität: Vollständige Kontrolle über das Datenmodell und der Implementierung fachspezifischer Logik ohne Vendor-Lock-in. Anpassungen an neue gesetzliche Vorgaben erfolgen agil und unabhängig von Release-Zyklen externer Softwarehäuser. Datenanalyse und Wissensmanagement werden ‚seamless‘ über andere – auf diese Bereiche spezialisierte Open- Source Lösungen – quasi als Plug-In integriert und ganzheitlich dem Benutzer zur Verfügung gestellt. Die Evolution von Limbas als Produkt zu AURA als verwaltungsspezifische Anwendungs-Plattform.
- Datenkonsistenz und Revisionssicherheit: Das Prinzip der „Keine Doppelerfassung“ wird strikt umgesetzt. LIMBAS hält als Master-System die Fachlogik, während Grunddaten via REST-API bidirektional mit Systemen wie Civento, LOGA und/oder anderen bestehenden Systemen synchronisiert werden.
- Modernes UX-Framework: Kontinuierliche Modernisierung der UI-Komponenten sichert die Ergonomie am Arbeitsplatz, minimiert Schulungsbedarfe und steigert damit die Mitarbeiterakzeptanz – und damit automatisch die Arbeitsergebnisse.
Welchen ökomischen Nutzen hat das Projekt?
Interkommunales Ecosystem: Strategische Zusammenarbeit mit Kommunen aus dem Main- Kinzig-Kreis, aber auch Partnern außerhalb des Kreises wie dem Rheingau-Taunus-Kreis und der Stadt Rodgau, zur Nachnutzung der bereits entwickelten Anwendungen.
- Flächendeckende Skalierung: Sukzessive Einführung und Weiterentwicklung der AURA Lösungen in allen 28 kreisangehörigen Kommunen des Main-Kinzig-Kreises.
- Nachnutzbarkeit: Bereitstellung eines standardisierten Zielbildes, das anderen Landkreisen und Kommunen als sofort einsetzbare Blaupause dient.
Beschreiben Sie die Nachhaltigkeit der Lösung.
Unter dem Leitmotiv „Public Money? Public Code!“ transformiert der MKK Investitionsausgaben in nachhaltiges Gemeingut. Anstatt jährlich steigende Lizenzgebühren an proprietäre Anbieter zu zahlen, wird in die fachliche Tiefe der eigenen Lösungen investiert.
- Vermeidung von Lock-in-Effekten: Der Einsatz offener Standards garantiert die dauerhafte Handlungsfähigkeit und technologische Unabhängigkeit von
Herstellermonopolen. - Fachverfahrensentwicklung und -substitution: Die gezielte Ablösung und Weiterentwicklung von bestehender Fachverfahren durch AURA-Applikationen –
insbesondere hinsichtlich Interoperabilität mit anderen Systemen – senkt die langfristigen IT-Betriebskosten massiv und passt Anwendungen optimaler an
bestehende Verwaltungsprozesse an. - Resilienz: Alle Entwicklungen werden allen bundesdeutschen Kommunen als Public Code über openCode-Plattform der ZenDis nach dem OSLOCO-Projektende zur Verfügung gestellt.
Wie trägt das Projekt zur Stärkung der Digitalen Souveränität bei?
Mit der Initiative OSLOCO-Hessen (Open Source Low Code) initiiert der Main-Kinzig-Kreis, gefördert durch das Land Hessen, ein kollaboratives Ökosystem. Die in den letzten 3 Jahren gewonnen Erkenntnisse und die mit dem Partner LIMBAS weiterentwickelte Plattform mit all seinen bisher sechs Anwendungen, sollen allen interessierten Kommunen bereitgestellt werden. Darüber hinaus soll gemeinsam mit den Kommunen neue Fachverfahren spezifiziert
und entwickelt werden. Usability, Funktionalitäten und Integrationen in vor Ort bereits bestehende Systeme sollen die Digitalisierungsreife, den Automatisierungsgrad und die Mitarbeiterakzeptanz weiter ausbauen bzw. stärken. Es geht nicht mehr nur um Einzelanwendungen, sondern um den Aufbau einer kreisweiten Plattform für digitale Souveränität.
„Die digitale Souveränität des Main-Kinzig-Kreise wird auf Basis einer kollaborativen Architektur gestärkt. Mit OSLOCO schaffen wir ein Ökosystem, in dem Kommunen durch das Teilen von Modulen und Wissen gemeinsam Lösungen entwickeln, die technologische Abhängigkeiten beenden und öffentliche Mittel effizient in bleibende Werte transformieren.“
Abstimmung
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