Institution: Gemeinde Herzebrock-Clarholz
Projektname: Ayunis Core
Projektbeschreibung
Die Gemeinde Herzebrock-Clarholz setzt auf Ayunis Core, eine quelloffene KI-Plattform, die speziell für den souveränen Einsatz in der öffentlichen Verwaltung entwickelt wurde. Mitarbeitende aus allen Fachbereichen – vom Bauamt über das Sozialamt bis hin zur Personalverwaltung – nutzen maßgeschneiderte KI-Fähigkeiten, die auf abteilungsspezifischen Wissensquellen basieren.
Der entscheidende Ansatz: KI wird nicht als Einheitslösung eingesetzt, sondern abteilungsgenau konfiguriert. Das Bauamt arbeitet mit BauGB, DIN-Normen und bisherigen Beschlüssen. Das Sozialamt nutzt das Wohngeldgesetz als Wissensbasis. Die Personalverwaltung hat Dienstanweisungen und IT-Rundschreiben in Wissenssammlungen überführt. Jede Abteilung sieht nur die für sie freigegebenen Quellen – datenschutzkonform, rechtebasiert.
Ayunis Core ist vollständig Open Source, kann on-premises betrieben werden und und wird im Cloud Betrieb vollständig auf deutscher Infrastruktur und von deutschen Anbietern gehostet. Die Plattform unterstützt mehrere KI-Modelle (Multi-LLM), sodass die Gemeinde jederzeit wechseln kann.
Der Bürgermeister von Herzebrock-Clarholz lebt den KI-Einsatz aktiv vor und fordert ihn ein – eine Führungskultur, die die Akzeptanz in der gesamten Verwaltung trägt. Im Rahmen eines ganztägigen Ayunis Days (12. Mai 2026) wurden alle Fachbereiche eingebunden, konkrete Fähigkeiten entwickelt und Usability-Schwächen direkt adressiert. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die Weiterentwicklung der Plattform zurück – zum Nutzen aller Kommunen, die Ayunis Core einsetzen. Das Projekt beweist: Kommunale KI-Einführung ist keine Frage der Größe, sondern der Haltung.
Beschreiben Sie den technischen Innovationsgrad des Projektes und den Beitrag zur Verwaltungsmodernisierung.
Ayunis Core führt eine granulare, quellengebundene KI-Architektur für Kommunalverwaltungen ein: Jede Abteilung konfiguriert ihre eigene Wissenssammlungen mit den jeweils relevanten Quellen – nur BauGB und DIN-Normen fürs Bauamt, nur das Wohngeldgesetz fürs Sozialamt. Dieses Prinzip löst ein zentrales Praxisproblem: Ohne valide Rechtsquellen liefern KI-Systeme fehlerhafte Antworten – ein echtes Vertrauensrisiko im rechtsgebundenen Verwaltungsalltag.
Die Plattform unterstützt eine Multi-LLM-Architektur (kein Lock-in) und offene Schnittstellen. Ein gemeinsamer Systemprompt auf Gemeindeebene schafft eine einheitliche digitale Identität der Verwaltung.
Zur Verwaltungsmodernisierung: Wiederkehrende Aufgaben wie Bauantragsprüfung, Beschaffungsvergleiche, Stellenbewertung oder Übersetzungen im Asylbereich werden durch abteilungsspezifische Fähigkeiten automatisiert. Der iterative Entwicklungsansatz (Ayunis Day mit allen Fachbereichen) stellt sicher, dass die Lösung konsequent an realen Arbeitsabläufen ausgerichtet ist.
Welchen ökomischen Nutzen hat das Projekt?
Im Bereich Beschaffung wurde bereits in der frühen Nutzungsphase eine dokumentierte Zeitersparnis von 1–2 Wochen pro Vorgang erzielt – bei gleichzeitig besserer Entscheidungsgrundlage, insbesondere bei Softwarebeschaffungen.
Durch das Format des Ayunis Days werden Mitarbeitende aktiv befähigt, eigene KI-Fähigkeiten zu erstellen und weiterzuentwickeln. Das stärkt digitale Kompetenzen dauerhaft in der Verwaltung und reduziert externe Abhängigkeiten. Die im Betrieb entwickelten Fähigkeiten (Bauamt, Sozialamt, Personal) sind im Ayunis-Marketplace als Vorlagen verfügbar – andere Kommunen können sie direkt übernehmen, ohne Entwicklungsaufwand.
Beschreiben Sie die Nachhaltigkeit der Lösung.
Das Projekt geht weit über eine Pilotphase hinaus: Alle Fachbereiche der Gemeindeverwaltung sind eingebunden, produktive Fähigkeiten befinden sich im Betrieb oder in der abgeschlossenen Entwicklung.
Ayunis Core ist aktiv gepflegt, öffentlich dokumentiert und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Die Erkenntnisse aus dem Betrieb in Herzebrock-Clarholz – u. a. granulare Rechtsquellenanbindung und verbesserte Anonymisierungspipeline – fließen direkt kommen der gesamten Community zugute.
Die entwickelten Fähigkeiten sind im Ayunis-Marketplace verfügbar und wirken als Multiplikator für andere Kommunen. Langfristiger Support wird durch das Ayunis-Team sowie Nutzer-Community sichergestellt. Die Lösung ist damit nachhaltig in die kommunale Digitalisierungsstrategie eingebettet – nicht als Trend, sondern als dauerhaft wartbare Infrastruktur.
Wie trägt das Projekt zur Stärkung der Digitalen Souveränität bei?
Ayunis Core ist vollständig Open Source und kann on-premises oder in einer souveränen Cloud betrieben werden. Alle Daten – Chats, Dokumente, Wissenssammlungen – verbleiben in der Infrastruktur der Gemeinde. Es besteht keine Abhängigkeit von proprietären KI-Anbietern; die Multi-LLM-Architektur erlaubt den Wechsel oder Betrieb lokaler Modelle jederzeit.
Die Plattform verfügt über eine Anonymisierungspipeline für sensible Inhalte. Für Prozesse mit hohem Personenbezug (z. B. Wohngeld-Kernsachbearbeitung, Asylanträge) wurde bewusst auf KI-Einsatz verzichtet.
Offene Schnittstellen ermöglichen die Integration bestehender kommunaler Systeme ohne Vendor-Lock-in. Das Projekt stärkt damit aktiv die technologische Eigenständigkeit der
Gemeinde und dient als übertragbares Modell für die digitale Souveränität kommunaler Verwaltungen in Deutschland.
Abstimmung
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