Institution: Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung
Projektname: SPARK
Projektbeschreibung
SPARK – Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren durch KI ist ein Vorhaben des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) zur digitalen Unterstützung komplexer Verwaltungsverfahren. Ziel ist es, Planungs- und Genehmigungsverfahren in Deutschland schneller, effizienter und nutzerfreundlicher zu gestalten.
Hierfür werden KI-gestützte Softwarekomponenten entwickelt, welche entlang verschiedener Verfahrensschritte eingesetzt werden können um Sachbearbeitende bei informationsintensiven, repetitiven und fachlich anspruchsvollen Aufgaben zu unterstützen.
Die KI-Softwarekomponenten unterstützen unterschiedliche Arbeitsschritte in Planungs- und Genehmigungsverfahren. Dazu zählen beispielsweise die strukturierte Aufbereitung von Antragsunterlagen, die Vollständigkeits- und PLausibilitätsprüfung, die Zuordnung relevanter Rechtsgrundlagen, die Unterstützung bei Beteiligungsprozessen sowie die Erstellung vorformulierter Textbausteine und Entscheidungsvorlagen.
Während eine KI unterstütze Entscheidungsvorlage den Sachbearbeitenden vorgelegt wird, folgt die Software dem Human-in-the-Loop Prinzip. Somit verbleibt die fachliche und rechtliche Entscheidung stets beim Menschen.
Die KI-Software ist als Baukasten konzipiert und wird an verschiedene, bereits bestehende Plattformen zur Bearbeitung von Planungs- und Genehmigungsverfahren eingebunden. Gegenwärtig ist die KI bspw. in der DiPlan-Plattform zur Beschleunigung raumbezogener Planungs- und Genehmigungsverfahren eingesetzt.
SPARK wird ressort- und länderübergreifend entwickelt. Über die Einbindung des fachlichen Beirates wird garantiert, dass sich die Weiterentwicklung der KI an realen Fachverfahren orientiert und die Bedürfnisse ihrer späteren Nutzenden trifft. Flankiert wird die fachliche Entwicklung der KI durch die Open-Source-Strategie des Projektes. Die KI-Module werden schrittweise öffentlich gemacht, um Transparenz, Prüfbarkeit und Weiterentwicklung zu ermöglichen. Durch die Open-Source Stellung können Fachöffentlichkeit, Wissenschaft und Unternehmen die Lösung nachvollziehen, prüfen und perspektivisch weiterentwickeln.
Beschreiben Sie den technischen Innovationsgrad des Projektes und den Beitrag zur Verwaltungsmodernisierung.
Der Innovationsgrad liegt insbesondere darin, dass die KI-Lösung nicht als isolierter Chatbot oder Einzelfallanwendung konzipiert ist, sondern als integrierbarer Baukasten, der entlang konkreter Verfahrensschritte des gesamten Verfahrensprozesses eingesetzt werden kann.
Innovativ ist außerdem der architektonische Ansatz. SPARK wird auf bestehende Plattformen angebunden. Dadurch wird nicht nur eine neue Technologie eingeführt, sondern ein Beitrag zur Konsolidierung und Modernisierung bestehender Verwaltungsstrukturen geleistet. SPARK schafft damit die Voraussetzung für interoperable, nachnutzbare und skalierbare KI-Unterstützung in einer Vielzahl von Fachverfahren.
Der Beitrag zur Verwaltungsmodernisierung liegt damit auf drei Ebenen. SPARK beschleunigt langwierige Prozesse und erleichtert die Arbeit für Sachbearbeitende, es ist verfahrensübergreifend einsetzbar und fördert eine moderne und offene Verwaltungsdigitalisierung indem es bestehende Plattformen nutzt anstatt weitere Insellösungen zu schaffen.
Welchen ökomischen Nutzen hat das Projekt?
Schnellere und strukturiertere Verfahren reduzieren Bearbeitungszeiten, minimieren Medienbrüche und senken manuelle Aufwände in der Verwaltung. Insbesondere in Anblick knapper Personalressourcen und steigender Anzahl an eingereichten Anträgen schafft das Projekt einen ökonomischen Nutzen.
Die Beschleunigung von Verfahren hat ebenso einen großen Mehrwert auf Seiten von Wirtschaft und Vorhabensträgern, da somit Infrastruktur-, Industrie-, Energie- und Bauvorhaben schneller von der Planung in die Realität umgesetzt werden können. Interessant ist außerdem der Open-Source- und Nachnutzungsansatz. SPARK setzt auf wiederverwendbare Komponenten, die entlang vieler Verfahren nachgenutzt werden sollen.
SPARK trägt damit nicht nur zur Entlastung der Verwaltung bei, sondern verbessert ebenso die Rahmenbedingungen, in denen wirtschaftliche Vorhaben umgesetzt werden. Der Nutzen ist sowohl intern durch effiziente Prozesse als auch extern durch schnellere Umsetzung spürbar.
Beschreiben Sie die Nachhaltigkeit der Lösung.
Entlang der bereits im Vorhinein angesprochenen Aspekte lässt sich die Nachhaltigkeit von SPARK folgendermaßen beschreiben.
Die KI-Lösung ist so entwickelt, dass sie auf eine Vielzahl von Fachverfahren über Ressortsgrenzen hinweg Anwendung findet. So ensteht keine kurzfristige Einzellösung sondern eine langfristige Infrastruktur für KI-gestützte Verwaltungsprozesse auf einer Vielzahl bereits bestehender Plattformen.
Ein weiterer Nachhaltigkeitsfaktor ist die Open-Source-Stellung. Öffentlich zugänglicher Code erleichtert die Weiterentwicklung und ermöglicht die Einbindung einer Vielzahl öffentlicher Stellen, Forschungseinrichtungen und Partner bei der technischen Weiterentwicklung der Lösung. Damit wird Wissen nicht exklusiv gebunden, sondern für Nachnutzung und Entwicklung verfügbar gemacht. Auch organisatorisch ist die Lösung nachhaltig ausgerichtet. Durch die Einbindung verschiedener Ressorts, Behörden und Ländern wird SPARK entlang diverser Verwaltungsbedarf entwickelt. Das verbessert die Praxistauglichkeit und schafft die Grundlage für eine dauerhafte Nutzung.
Wie trägt das Projekt zur Stärkung der Digitalen Souveränität bei?
Digitale Souveränität bedeutet im Kontext von SPARK, dass der Staat eigene Kompetenzen im Umgang mit KI für kritische Verwaltungsprozesse aufbaut und stärkt. Die Lösung wird nicht gesondert von der Verwaltung entwickelt und anschließend übergestülpt, sondern lebt von den Kompetenzen und Erfahrungen der Nutzenden. Es entsteht also nicht nur Software, sondern Wissen und Gestaltungskompetenz und damit auch Akzeptanz für innovative Technologie in der Verwaltung.
Auch in Hinblick auf geopolitische Unsicherheiten und Technolgieabhängigkeiten ist die Entwicklung von SPARK ein Schritt zur Stärkung der digitalen Souveränität. Der Staat kann bei Kernfragen der Verwaltungsdigitalisierung auf nachvollziehbare, überprüfbare und anpassbare Lösungen zugreifen, welche aus eigener Entwicklung stammen.
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